Dienstag, 19. September 2017

Schöne Reste

Jeder, der gerne näht und strickt, weiß, mit welcher Geschwindigkeit sich Reste stapeln. Wenn man nicht irgendwann anbauen will, muss man zur Tat schreiten. Also habe ich für eine liebe Freundin ein paar neue Topflappen gewerkelt.




Die Idee für den Resteschal habe ich aus diesem Buch:
Lotta Jansdotter: Everyday Style









Allerdings habe ich die Verarbeitung der Rückseite verändert. Im Buch werden Bänder über die Nähte gesteppt. Ich habe stattdessen Kappnähte genäht. Das trägt weniger auf.


Und ich werde es euch diese Woche nicht ersparen, wobei ich eigentlich davon ausgehe, dass ihr sowieso alle wählen geht. Aber tragt es weiter:

Kleines Rechenbeispiel, wie wichtig jede Stimme ist.

von 100 Wählern stimmen 4 für die AfD :  4%

von 60 Wählern stimmen 4 für die AfD: 6,6%

Heute findet sich auf S.15 der SZ ein Artikel, der deutlich macht, dass der Klimaschutz an erster Stelle der politischen Agenda stehen muss. Wenn wir Politiker wählen, die dieses Problem leugnen oder es auch nur halbherzig angehen wollen, müssen vor allem unsere Kinder und Enkel die Zeche zahlen. Wenn wir jetzt nichts tun, sind die katastrophalen Veränderungen auf unserem Planeten unumkehrbar. Afrika ist am stärksten betroffen. Die Konsequenz wird sein, dass immer mehr Flüchtlinge kommen werden. So viele Zäune können wir gar nicht bauen.

JETZT muss gehandelt werden, wir müssen die ewig Gestrigen abwählen.

Sonntag, 17. September 2017

Wünsche

Eine Woche vor der Bundestagswahl wünsche ich mir,

dass alle Wahlberechtigten dieses Recht nutzen, damit....

...wir in einer friedlichen Welt leben können, wo der Dialog die Hetze so schäbig macht, wie sie es verdient hat.
...Politiker gewählt werden, die erkannt haben, dass die Bekämpfung des Klimawandels an erster Stelle stehen muss. Wenn es uns nicht gelingt, die Folgen der Klimaveränderung einzudämmen, müssen wir über alle anderen Probleme gar nicht mehr nachdenken, weil die Folgen so katastrophal sein werden, dass nichts anderes mehr eine Rolle spielt.
...Bildung und Bildungschancen endlich nicht mehr vom sozialen Umfeld abhängen.
...die Schere zwischen Arm und Reich nicht immer weiter auseinandergeht. In unserem Grundgesetz steht, dass Eigentum verpflichtet. Jeder von uns ist verantwortlich.
...die Verkehrspolitik nicht mehr eine reine Politik im Interesse der Autoindustrie ist, sondern, dass sich endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass der Weg vom Auto wegführen und hin zu einem effektiven öffentlichen Nahverkehr führen muss, damit wir wieder atmen können.
...die Energiewende mit Elan weitergeführt wird. Tihange und Doule, die Atomkraftwerke in Belgien sind tickende Zeitbomben. Ein GAU wird unser Fukushima sein.
...dass alle Wahlberechtigten erkennen, dass die Freiheit jedes einzelnen davon abhängt, ob wir es schaffen, tolerant und respektvoll miteinander umzugehen.
...dass in dem Bewusstsein gewählt wird, dass der Frieden einer Gesellschaft auch davon abhängt, dass die Erfolgreichen den weniger Erfolgreichen und Gescheiterten die Teilhabe am Wohlstand gewähren.

GEHT WÄHLEN!

Ich wünsche mir, dass auch meine Enkelkinder die großartige kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft erleben dürfen.
...dass sie die Großartigkeit der Natur erleben dürfen.



...dass sie lernen, wie bereichernd gelebte Toleranz ist.
...dass sie lernen, dass nicht die Ausbeutung der Erde uns weiterbringt, sondern die Bewahrung der Schöpfung.

Wem immer ihr begegnet, fordert die Menschen auf, zur Wahl zu gehen.
Wir können unsere ganzen kreativen Ideen vergessen, wenn eine Partei von Hetzern und Lügnern in den Bundestag einzieht. Egal, was wir zu kritisieren haben, die Stärke unserer Demokratie ist auch, dass es unter den demokratischen Parteien einen Grundkonsens gibt, dass politische Arbeit den Dialog und nicht die Hetze braucht.

Ich möchte mich diesem Aufruf anschließen.



Möge die wunderbare bunte Welt unserer Enkel erhalten bleiben!




Donnerstag, 14. September 2017

Wie...

war es möglich? Wir haben doch nichts gewusst.

Diese Sätze haben die deutsche Gesellschaft in der Nachkriegszeit geprägt.
Von nichts gewusst?
- wenn der Nachbar plötzlich verschwindet?
- wenn der Kollege plötzlich entlassen wird?
- wenn der beliebte Hausarzt nicht mehr praktizieren darf?
- wenn das angesehene Wäschegeschäft plötzlich einen neuen Besitzer bekommt?
- wenn die jüdischen Kinder die Schule verlassen müssen?
- wenn Andersdenkende niedergeschrien werden?
- wenn Gotteshäuser angezündet werden?
- wenn Bücher berühmter Dichter und Denker öffentlich verbrannt werden?
- wenn gegen eine gesellschaftliche Gruppe in nie dagewesener Hetze Stimmung gemacht wird?
- wenn mehreren Gruppen der Gesellschaft ohne jede Scham ihr Menschsein abgesprochen wird?

Nichts gewusst?

Wer einmal das Lager Buchenwald oberhalb von Weimar besucht hat, der weiß, das damals jeder Bewohner von Weimar gewusst haben muss, was sich in Buchenwald abgespielt hat. Es muss bis in die Stadt gestunken haben. So weit ist das Lager nicht weg.
Es haben alle gewusst! Aber sie haben weggeschaut.

Wie ist es möglich?

- dass in unserem Land Nazis auf der Straße geifern dürfen ohne dass ein Sturm der Entrüstung durch   die Gesellschaft geht?
- dass eine rassistische volksverhetzende Partei Chancen hat, 3.stärkste Fraktion im Bundestag zu          werden?
- dass viele Bürger gar nicht zur Wahl gehen?
- dass genau diese Bürger sich bitter beklagen, dass die Politik nicht so ausfällt, wie sie es wünschen?
- dass an deutschen Stammtischen offen gegen Ausländer gepöbelt wird?
- dass Vertreter einer rechtsradikalen Partei schamlos Lügen verbreiten und die Abschaffung des Rechtsstaates fordern und sie dennoch Chancen haben, gewählt zu werden?

Wir erleben gerade, wie es möglich war und ist. Es ist möglich, wenn der Pöbel die Herrschaft über die Straße bekommt. Es ist möglich, wenn der satten und bequemen Gesellschaft die Verteidigung der Freiheit zu unbequem wird.

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
dann bin ich um den Schlaf gebracht...
Heinrich Heine

Heute kam im Radio die Nachricht, dass Facebook rechtsradikale Seiten besonders gerne und häufig weiterempfiehlt. Angeblich handelt es sich um ein Versehen.

Hinschauen, Hinterfragen, Widersprechen, Wählen!!!

Schmunzeln mit Magenschmerzen





Eine Sommerreise - 7 -

Die ersten Herbststürme haben uns erreicht und es heißt Abschied nehmen vom Sommer. Deshalb gibt es heute einen letzten Ausflug, und zwar in einen herrlichen Park in der Nähe der kleinen Stadt Sunne in Värmland: Rottneros. Das stattliche alte Gutshaus ist die Vorlage für den berühmten Roman von Selma Lagerlöf : Gösta Berling. In den 50ger Jahren wurde das ausgedehnte Gelände zu einem Skulpturenpark entwickelt. Heute finden dort zahlreiche Veranstaltungen im Laufe des Sommers statt. Das Gutshaus ist immer noch in privater Hand. Spaziert einfach mit.









Das Schild war ganz nach meinem Geschmack.


Kleine Pause gefällig?








Diese kleine Skulptur (ungefähr Hutschachtelgröße) hätte ich gerne mitgenommen.


Ich hoffe, der kleine Rundgang hat euch Freude gemacht und schicke diese bunte und grüne Pracht zu Ghislana zum Naturdonnerstag.

Sonntag, 10. September 2017

Sommerreise -6-

Heute möchte ich euch mitnehmen in einen kleinen Ort nahe an der schwedisch-norwegischen Grenze: Halden
Der Ort selbst ist recht nett, aber wirklich nicht aufregend. Man muss den Blick heben zur Festung, die über dem Ort trohnt. Die Ansicht vom Ort aus ist sehr schwer zu fotografieren, deshalb verweise ich hier auf eine Internetseite zu Halden. Da bekommt man einen kleinen Eindruck. Die Anlage ist von ihren Ausmaßen durchaus vergleichbar mit der Festung Ehrenbreitstein oberhalb von Koblenz, vielleicht ist sie sogar größer. Jedenfalls befindet sich auf dem Gelände der Festung:  1 Freilichttheater, 1 Hotel, 1 Gasthof, immer noch eine aktuelle militärische Station, ein riesiger Park und die Montessorischule. Wir haben es nicht geschafft, in mehreren Stunden alles abzulaufen.


In Halden fand gerade ein Treffen mit amerikanischen Oldtimern statt - sehr beliebt in Skandinavien - und ein Treffpunkt war der Gasthof auf der Festung.



Der Blick runter zur Stadt












Die Tür im Tor schicke ich zu Nova.

Sonntag, 3. September 2017

Eine Sommerreise -5-

Heute gibt es Bilder aus Oslo. Es ist eine meiner Lieblingsstädte. Die Nähe zum Wasser, die Freundlichkeit der Menschen, das interessante kulturelle Angebot und die sensationelle neue architektonische Gestaltung eines Teils der Wasserfront, die früher etwas vernachlässigt wurde. Das absolute Highlight unseres diesjährigen Bummels durch Norwegens Hauptstadt war der Besuch der neuen Oper. Sie ist konzipiert wie ein Eisberg oder auch ein Eiskristall. Außen nur Marmor und Glas, innen Holz.



In die Domkirche konnten wir wegen einer Veranstaltung nicht rein. Das Tor schicke ich zu Nova.



Die schönste Flaniermeile mit dem Schloss als Endpunkt



die alte Festung




Das berühmte Rathaus mal von der Innenstadtseite

Ein Opernhaus zum Besteigen. In der Nachbarschaft entstehen zahlreiche sehr moderne Gebäude, u.a. ein neues Munch Museum und eine neue Bibliothek. Die Bilder auf den Infowänden haben uns ins Schwärmen gebracht. 2020 soll alles fertig sein.





















Das Tor der Domkirche und den Glockenturm schicke ich zu Nova.